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"Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten."
(Kurt Tucholski: Was darf die Satire Berliner Tageblatt, 27.01.1919, Nr. 36)

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Google AdSense ist tot!
oder: Das Psychogramm eines kaltblütigen Meuchelmörders

Dieser Beitrag ist Satire.

Was Google AdSense ist, sollte nun jedem, der mehr oder weniger erfolgreich sein kommerzielles Unterfangen im Internet betreibt, inzwischen bekannt sein. Jedoch besonders denen, die bisher keinen Erfolg verzeichnen können und den heiligen Grahl dort vermuten. Nachdem wir uns im Laufe der Existenz dieses erleuchteten Phänomens unzählige hell funkelnde Geschichtchen (eher potentielle Anwärter für neuzeitliche Halbzeitwert-Legenden) über angeblich und quasi übernacht Reichgewordene dieser Kunst überall im virtuellen Nirwana ansehen mussten, wird uns jetzt vollmundig und mit einer Unmenge neuem Gedöns aus westlicher Richtung eingeräumt, dass alles doch nur mehr oder weniger eine Finte gewesen sein könnte, bzw. dass es, wenn überhaupt jemals, nunmehr aber definitiv nicht mehr möglich sei mit AdSense noch senseful (sinnvoll) irgendwelches signifikantes Einkommen zu erzielen. Zumindest für all diejenigen, die in der Vergangenheit eher zu den schwarzen Magiern der Gilde (und deren Anbetern) gehörten. Denn die „weißen“ Zauberer im Zirkel waren eh schon immer auf total verlorenem Wege und haben sowieso niemals richtige Umsätze mit AdSense eingefahren, mehr sinnlos ihre Zeit mit blödsinniger Geschäfts-Ethik verschwendet...

Der selbsterkorene Experte auf diesem Gebiet nennt sich Scott Boulch (es ist wie gewöhnlich bei dieser Sorte von neuzeitlichen Propheten absolut unklar ob es sich hier um einen echten Namen handelt oder aber nur ein Pseudonym)... Was auch immer (besser wäre es für ihn natürlich es ist ein Pseudonym), er hat sein Leben in den letzten Monaten ausschließlich damit verbracht seinen nächsten totalen Clou für die Szene vorzubereiten. Etwas, was alle seine bisherigen Bemühungen „stink reich“ zu werden wohl oder übel in den Schatten stellen wird. Diesmal wirklich. Und er wird dies natürlich (wie zu erwarten) freimütig schon vorweg in aller Öffentlichkeit herumposaunen anstatt es einfach nur zu machen. Wie bescheuert sind diese neuzeitlichen Millionäre eigentlich?

Mit zwei bahnbrechenden Publikationen samt einer ausgeklügelten psychologischen Kriegsführungsstrategie will der Amerikaner (wer hätte es nicht schon erahnt) mit all unserem verklärten Blick auf die Dinge und unserer bisherigen totalen Fehlgeleitetheit der Ansichten nun endgültig aufräumen. Ja er will uns völlig selbstlos die Augen öffnen und vor allem aber mit all den schlangenzüngigen Pseudo-Experten der Branche (seiner Konkurrenz) abrechnen – die ihm übrigens schon immer ein Dorn im Auge waren und uns, den Menschen, nur den Kopf verdrehen wollen. Endlich mal einer, der uns sagt wie die Sache wirklich läuft! Wir sind ja schon so gespannt jetzt. Einer der das eigene Nest beschmutzt und dabei noch als geldstreuender Samariter für die Außenwelt daherkommt. Toll!

Nur hat die Sache (und vermutlich auch der Verfasser) aber auch einen kleinen Schatten, wie sich schon beim Lesen des ersten Teils des volksaufrüttelnden Werkes herausstellt. Nicht nur, dass die ganze Vorgehensweise seiner Ankündigungen und Enthüllungen im üblichen Stil of „The Big (but quite common) Sales Letter“ verfasst sind und auch gleich wiederum erwartungsgemäß zur Angabe unserer E-Mail Adressen auffordert, um auch an die begehrten Informationen gelangen zu können (zwinker), nein er gibt auch recht freimütig zu, dass er bisher immer versucht hat das System mit sogenannten „Black Hat“ Strategien zu unterwandern und somit all seine Bestrebungen voll und ganz auf Kurzlebigkeit aufzubauen. Mit kassenreißerischer Junk Software hatte er sogar in der Vergangenheit den Betrug am globalen System (erfolgreich) vollzogen und damit quasi Unsummen erwirtschaftet. Nun jedoch nicht mehr.

Vermutlich ist der Mann auch schon so lange in der Guerillagemeinde heimisch bzw. sogar aufgewachsen, dass es vorerst eher unbeabsichtigt war, so deutlich auf diese Tatsache hinzuweisen, denn es klingt aus seinem Munde so, als wäre es die normalste Sache auf der Welt gewesen – man hört schon fast ein gewisses Maß an Stolz heraus - sich nach der Art eines Informations-Terroristen im Geschäftsraum des Internetkommerzes zu bewegen. Es mutet beinahe wie kindliche Naivität an, so wie er uns das alles offenbart. Einer, der es versteht spannende Geschichtchen zu erzählen.

Die ersten eher unverständlichen Reaktionen seiner potentiellen Zielgruppengemeinde haben ihn dann aber wohl etwas bedrängt und es offensichtlich schon nach recht kurzer Zeit nötig gemacht zahlreiche Erweiterungen, kleine Veränderungen und Kommentare in der Publikation zu platzieren, mit deren Hilfe er nun anscheinend etwas krampfhaft versucht ein solches Vorgehen etwas genauer zu erläutern und irgendwie mit sich endlos wiederholenden Ausführungen zu verteidigen. Das Ganze läuft mehr oder weniger darauf hinaus, dass er die Meinung vertritt, es sei schließlich legal mit schwarzen Methoden zu arbeiten, wenn weiße Methoden nicht zum Erfolg (seinen persönlichen Reichtum zum Beispiel) führen können.

So behauptet er zur Entschärfung des Sachverhaltes und zur Rettung seiner Selfmade-Akkreditierung als „Experte“ auf dem Gebiet des Internetmarketings, dass er auch eine Unmenge redlicher und absolut vorbildlich organisierter Webseiten besitze, die geradezu ein Musterfall an innovativer Saubermann-Genialität seien und beweisen würden dass seine Theorien über das Wesen von Gut und Böse im virtualisierten Onlinegeschäft definitiv wahr seien. Der Gegenbeweis im Feldversuch sozusagen. Nur leider ist dieser Umstand für den Außenstehenden nicht unbedingt empirisch nachvollziehbar, da er uns natürlich nicht verraten hat wo man diese Errungenschaften überragender Geschäftsethik live bewundern kann...

Wo sich seine zahllosen (über 3000) Guerilla–Internetmarketing Seiten befinden, hat er uns übrigens auch nicht verraten. So ergibt sich für die skeptischen Betrachter der ganzen populistischen Performance leider ein etwas fader Beigeschmack auf der Zunge. Und zwar schon nach den ersten paar Absätzen der wohllancierten Erstausgabe seiner publikativen Serienproduktion. Es entpuppt sich nämlich alles als eher seifenblasiges Gefasel, daß jeglichen Tiefgang schmerzlichst entbehrt.

Das erste Pamphlet des erfolgversprechenden Zweiteilers (dem vermutlich noch weitere folgen werden) heißt verheißungsvoll: „Death of AdSense“ (Tod von AdSense). Er kommt sozusagen einer Overtüre samt gallopierender und schwertschwingender Walküre gleich. Hier versucht unser verehrter Zeremonienmeister offensichtlich zunächst einmal mit einem hollywoodtauglichen Trick unser aller Aufmerksamkeit zu erhaschen. Er stellt seine provokante aber vermeintlich scharfsinnige These (Google AdSense sei tot) in den Raum und begründet uns auch gleich, warum dies nach seiner Meinung so sei. Aus der realitätsverzerrten infantilen und populistischen Sicht eines verzweifelten Markrting-Künstlers versteht sich. Wie dramatisch.

Und zwar ist AdSense deshalb tot, weil er nun selbst nicht mehr in der Lage sei, damit vier- bis fünfstellige Summen im Monat zu „erwirtschaften“, wie er es doch bisher so erfolgreich und im Schlafe getan hatte und für ihn überhaupt eine Mindestvoraussetzung für das morgendliche Aufstehen ist. Er beweist uns das sehr eindrucksvoll damit, dass momentan all seine (seien es nun die weißen oder schwarzen) virtuellen Geschäftstätigkeiten im Internet nur noch einen Bruchteil des Umsatzes einfahren würden, den sie noch zu den legendären und glorreichen Tagen der Eroberungszeit definitiv eingefahren hätten. Dazu wedelt er natürlich (wie gewöhnlich in dieser Art von Publizismus) mit fragwürdigen weil eingescannten Schecks und selbstgefertigten (wenn nicht gefälschten) Statistiken herum. (Dass die Beweiskraft solcher Anschauungsmaterialien gegen Null tendiert brauche ich hier sicher nicht erst zu erwähnen.)

Schuld daran hat aber einzig und alleine das böse Google. Denn mit der Änderung eines winzig kleinen Sachverhaltes zwischen den AdSense und AdWords Systemen (die übrigens eine untrennbare Einheit darstellen – nur war das unserem Experten bisher offensichtlich entgangen) hat sich alles ja so grundlegend geändert. Quasi über Nacht sozusagen hat Google Suizid begangen - oder war es Massenmord? (räusper). Warum hatte uns das bis jetzt noch keiner von all diesen blutigen Masakern berichtet ?! Ach ja, er ist es ja der das nun für uns tut.

Hintergrund: Google hatte das gesamte System nämlich kürzlich etwas nachgebessert, um nicht zuletzt auch den schwarzen Schafen der Branche etwas das Wasser abzugraben. AdWords Publishern ist es neuerdings möglich unterschiedliche Gebote für das sogenannte „Content-Network“ festzulegen und damit die Kosten für AdWords Werbekampagnen signifikant zu senken. Eine Optimierung für die Geldgeberseite sozusagen, offenbar nicht aber uneingeschränkt auch für die Nur-Nehmerseite...

Ein Schritt, der meiner Meinung nach längst überfällig war, da der Wettlauf um eine möglichst hohe Platzierung in Googles Suchnetzwerk automatisch die Kosten ins Unermessliche steigen ließ, wenn man den fatalen Fehler beging die Anzeigen gleichzeitig auch im Content-Netzwerk zu schalten. Die Ausbeute im Content-Network (was nichts anderes heißt als auf der Seite der AdSense Publisher) war im Vergleich zu den Kosten die man damit hatte so verschwindend gering, dass man nur erahnen konnte, dass da irgendwas nicht ganz stimmen kann, bzw. dass es da irgendetwas sogar ziemlich faul sein musste. Deshalb hatten viele AdWords Publisher diese Funktion in der Vergangenheit lieber einfach komplett abgeschaltet um so die rätselhaften Geldfraßverlußte im System wenigstens annähernd in den Griff zu bekommen...

Ein wesentlicher Grund für diese Unstimmigkeit waren offensichtlich und nicht zuletzt die unzähligen schwarzen Schafe, die (wie unser Experte auch) einzig und alleine darauf abzielten möglichst ohne viel Aufwand große Gewinne mit dem System abzumelken ohne dabei selbst viel tun zu müssen. Die ganz Schlauen unter den neuen Selfmade Internet Marketing Experten sozusagen. Die Hersteller von sogenanntem MFG (Made for Google) Seiten, die vollautomatisch bis zum Anschlag mit Anzeigen und Links zu weiteren Seiten mit Anzeigen und Links vollgepumpt waren, die wiederum zu Seiten mit Anzeigen und Links zu Anzeigen und Links führten. Ein ziemliches Ärgernis also. Nicht nur für AdWords Publisher, auch für Google als Plattform selbst und letztlich dem Internetnutzer als Spielball all dieser Umtriebe.

Nun sei’s drum. Wichtig war es unserem Propheten jedenfalls darauf hinzuweisen, dass es nun seit einiger Zeit aus ist mit lustig für ihn und dass es so auf keinen Fall mehr länger weitergehen kann für ihn. Anstatt sich selbst die Kugel zu geben, hat er diese dann kurzerhand (und mehr in seiner Phantasie) Google verabreicht. tss...

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Spezialist mit seiner Publikation also scheinbar unmerklich schon selbst so in die eigene Scheiße geritten, dass es ihm im Eifer des Gefechtes vermutlich überhaupt nicht aufgefallen war was er denn da an digital publizierter Lächerlichkeit ins Leben gerufen hatte. Er glaubte vermutlich er habe jetzt quasi den Grundstein für seine neue Kampagne gelegt, indem er uns mit sensationellen Thesen und Insiderwissen neugierig gemacht hätte, auf das was da wohl noch kommen werde, dem großen Clou. (Es bleibt hiermit total offen ob der Experte damals schon selbst wusste wohin seine Ausführungen jemals führen werden oder ob er es wenigstens inzwischen weiß.)

Das eigentlich Interessante an der ganzen Geschichte ist jedoch, dass unser Experte eine Sache für „tot“ erklärt, weil er selbst unfähig ist damit umzugehen beziehungsweise niemals wirklich verstanden hatte um was es hier eigentlich geht. AdSense ist nämlich keinesfalls tot. Nur eben offenbar einige funktionswichtige Windungen im Kortex unseres vermeintlichen Experten. Mehr dazu später.

Ich möchte es hier auch auf keinen Fall verschweigen zu erwähnen, dass ihm der ganze Spaß dann auch noch 50 Cent für jeden weiterempfohlenen Download seiner Informationen im elektronischen Format Wert ist und/oder war. In limitierter Auflage versteht sich. Und auch ohne jegliche wirkliche Sicherheit über den Wahrheitsgehalt seiner Aussagen und Behauptungen (über 25000 Downloads in wenigen Tagen und so weiter und so fort) sozusagen. Ja, ja. Klappern gehört bekanntermaßen zum Handwerk. (Deshalb glaube ich ja insgeheim, daß des Rätsels Lösung all der spektakulären Auführung irgendwas mit seinem neuartigen Affiliate-System zu tun haben könnte. Aber pssst... Wir wollen ja nicht schon alles vorher verraten.)

Wenn auch der 1. Teil des bisherigen Gesamtwerkes unseres Superexperten nun zumindest einiges an unbeabsichtigten Unterhaltungswert zu bieten hatte, war der 2. Teil (auf den er uns ja mit seinem ersten Teil in so branchenüblicher Manier neugierig machen wollte) dann eher die totale Enttäuschung. Niederschlagung jeglicher Erwartungen sogar. Zum einen sah er sich mehr denn je dazu gedrängt, nochmals dem äußeren Druck nachgeben zu müssen und sein erstes Werk wiederholend umfassend zu erläutern und zu verteidigen und zweitens hatte man ihm offensichtlich mit all den wilden Spekulationen über seine eigentlichen Absichten dazu gezwungen auf jegliche zu vordergründige Offenbarung seiner wirklichen Absichten vorerst gänzlich zu verzichten. So ein Pech aber auch. Eine gute Gelegenheit aber, den selbstlosen Samariter jetzt (scheinbar) vollends raushängen zu lassen...

Wir finden nämlich weder eine Auflösung des rätselhaften Gegenstandes der ganzen Kampagne an sich noch irgendwelche direkten Angebote in seinem 2. Teil mit dem wiederum so verheißungsvollen Titel: „Live After AdSense“ (Leben nach AdSense). Roland Emmerlich hat vermutlich bereits angeboten die beiden Titel verfilmen zu wollen. Stattdessen präsentierte er uns in lang ausschweifenden und dennoch nichtssagenden Abhandlungen längst abgehangene Thesen die visualisiert schätzungsweise schon einen mindestens 50 Zentimeter langen Bart haben müssen. Und nicht nur das: Er führt sogar (offenbar unmerklich) seine Thesen aus Band 1 des populären Machwerkes total ad absurdum. Was solls, Seine Zielgruppe ist sowieso zu doof all das überhaupt auch nur annähernd zu kapieren. Die warten nämlich nur drauf Ihr Geld loszuwerden...

Mit neu erfundenen Buzzwörtern („Click Flipping“ – (röchel) - hätte er auch „Flip Clicking“ nennen können) und einigen weiteren sehr kindlich anmutenden bildhaften Vergleichen will er uns eine Sache als seine eigene Erfindung sozusagen verklickern, die es ja eigentlich schon seit geraumer Zeit und gleich in mehrfacher Ausfertigung und Bezeichnung gibt. (Wer hat’s erfunden?) Nur eben mit vernünftigen Bezeichnungen und vernünftigen Umschreibungen würde uns das Ganze auch etwas sagen können...

Ich denke da nur mal an das vemeindlich legendäre eBook „Google Cash“, dass uns nichts anderes vorgeschlagen hatte als das was uns jetzt hier in neuem Kaspergewand und leicht abgewandelt oder „individualisiert“ abgewandelt präsentiert wird. Die Relatiivitätstheorie mal in etwas anderer Farbe. Er spricht nämlich in seiner These schlicht und einfach davon von Google AdSense umzusteigen und letztlich mittels Google AdWords und Affiliateprogrammen Geld zu machen. Eine Sache also, auf die vermutlich mindestens 90 Prozent der Internet-Marketer ohne nachzudenken schon von selbst gekommen waren und zum Teil schon mehr oder weniger erfolgreich ausprobiert hatten ohne es zu wissen und sogar bewußt mehr oder weniger erfolgreich praktizieren. In welcher Galaxie lebt unser Experte eigentlich? Wie weit kann einem die Verzweiflung wegen geschäftlichen Nichterfolges noch treiben? Das kommt davon, wenn man zu oft und zu tief in die Flasche guckt.

Mindestens 50 Prozent aller Internet Marketing Publikationen schlagen eben diesen Weg (abgesehen vom verhältnismäßig geringen Potential die so was überhaupt hat) bereits seit Jahren vor. Nur heißt es da nicht Click Flipping. Selbst das Ultimativwerk „The Rich Jerk“ und seine inspirativen Abkömmlinge tun nichts wesentlich differenzierteres, als eben diese Methoden ausführlich und umfassend zu erläutern. Nur mit dem Unterschied, dass in den meisten der hier stellvertretend angesprochenen Ratgebern wirklich konkrete Tipps abgegeben werden. Das vorliegende Werk als Gegenstand unserer derzeitigen Betrachtungen tut dies mitnichten. Was will man von "Freeware" auch weiter erwarten. Und die Milchmädchenrechnungen unseres Experten sind offensichtlich rein fiktiver Natur. Denn wer mit AdSense schon keinen dauerhaften Erfolg erzielen kann, keinen zielgerichteten Traffic hat und überhaupt alles nur auf Kurzlebigkeit und Absahnen aufbaut, wird es mit Affiliateprogrammen mit Sicherheit erst recht nicht weit bringen. Soviel ist jedenfalls definitiv.

Die gesamte (aufgewärmte) These wird in „Live After AdSense“ zudem rein theoretisch und obendrein höchst oberflächlich und nach egomanischer Manier abgehandelt. Man spricht da zur Veranschaulichung von sogenannten „Nahrungsketten“ und versucht diese mit den aus Kinderbüchern entliehenen bildhaften Vergleichen aus der Tierwelt zu untermalen. Wie niedlich. Jedoch selbst diese gewählten Vergleiche hinken dann auch noch so stark auf sämtlichen beweglichen Gliedern, dass man annehmen muss, der Verfasser habe neben dem totalen Mangel an fundiertem Fachwissen auch noch ein ausgeprägtes Defizit an Allgemeinbildung vorzuweisen.

Darüberhinaus scheint unser Spezialist auch total übersehen zu haben, daß Google AdWords ohne Google AdSense nur recht wenig Potential hätte. Somit kann AdSense also nicht tot sein. Oder habe ich da jetzt irgendwas durcheinandergebracht ?

Was auch immer. Ich kann mich des dringenden Verdachtes nicht erwehren, dass da noch irgendetwas anderes im Busche schwelt. Entweder haben wir es hier (wiedermal) mit einem wirklich ahnungslosen Möchtegerne samt teilweiser neuraler Disfunktionalität zu tun, der nur sein verkümmertes Ego ein bissel auffrischen wollte oder aber das alles sollte eine Art kontroverse Vorbereitung auf das was da noch eventuell folgen mag sein. Der kommende große Clou also. Letzteres ist aber nach all den Windungen der vergangenen Wochen eher recht unwarscheinlich. (Daß es je ein Clou sein wird, meine ich jetzt.)

Wenn dem so ist oder auch nicht, so hat unserer Experte seinen Beruf jedenfalls und offenbar gründlich verfehlt und sollte besser noch schnell zum Kinder-Animateur oder Kinderbuch-Autor umschulen. Dort gilt ein gewisses Maß an Naivität nicht unbedingt als Nachteil. Und rumphantasieren kann er da auch. Allerdings wird es auch dann mit dem fünf- oder sechsstelligen Monatseinkommen (in Echtgeld) wieder eher nichts werden. Und es macht nichts, wenn man quasi gleichzeitig mit dem Arsch all das wieder einreißt, was man mit den Händen mühevoll aufzubauen versucht hat. Dort kommt diese Art pantomimischen Humors schließlich weitaus besser an als im Internet Marketing Business.

Google AdSense ist tot!
Els lebe Google AdSense!

25. September 2006
Saro van der Caast für dreckschleuder.net

Nachtrag:

Wie zu erwarten haben wir nun auch ein drittes Werk unseres Newcomer-Bestseller-Autors vorliegen. Wie schon angedroht, befaßt es sich fast ausschließlich mit Algebra und heißt "The Numbers Don't Lie" (Zahlen lügen nicht). Ausgiebig illustriert und bis an den Rand mit Zahlenbeispielen aufgeblasen beweist der Autor uns wie versiert er ist und daß alles, was er uns bisher mitgeteilt hatte der puren Wahrheit entspricht. (hüstel)

Überflüssig zu erwähnen, daß die hochkarätige Studie jeglicher Widerlegung total standhält und seine Anhänger nun vermutlich endgültig verwirrt, ähm... überzeugt haben sollte. Seinen Widersachern läßt er damit jedenfalls kaum noch irgend einen Spielraum oder Angriffsflächen übrig. Das macht auch nix, weil seine Kontrahenten sich nämlich erstmal intensivst mit all den Entgleisungen der ersten zwei Bände des Publizisten beschäftigen. Sofern Sie es überhaupt mitbekommen haben.

Schon kutz nach dem Erscheinen des ersten Bandes der (nunmehr vervollständigten) Trilogie, welche hier Gegenstand unserer Betrachtungen ist, gibt es da ein "Gegenwerk" mit dem verheißungsvollen Titel "AdSense is Alive!" (AdSense lebt!). Leider (und zu unserem Bedauern) ist diese Antwort auf das bisherige Schaffenswerk unseres Experten so danebengeraten, daß wir vorerst keine Stellung dazu beziehen werden.

Nur soviel sei dazu angemerkt: Sämtliche dieser selbsternannten Internet Marketing Experten im Bereich des Guerilla Geldverdienenwollens scheinen offenbar gewaltig einen an der Klatsche zu haben...

(sadly) to be continued...

27. September 2006
Saro van der Caast für dreckschleuder.net

Demnächst:

Network Marketing - Die Schatzkanner der militanten Orden der Geheimnisritter

"Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten."
(Kurt Tucholski: Was darf die Satire Berliner Tageblatt, 27.01.1919, Nr. 36)

 

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